Unter den Überbegriff Knollengewächse fallen alle krautartigen Pflanzen (Stauden), die mit unterirdischen Speicherorganen ausgestattet sind. Sie entstehen aus Knollen, die in die Erde gepflanzt werden und dann entweder im Sommer oder im Herbst blühen. Im Gegensatz zu den handelsüblichen Blumenzwiebeln sind Knollen dicker und von ihrer äußeren Erscheinung eher unförmig, dicklich, fleischig und sehr sensibel. Längere Frostperioden und Minusgrade bekommen ihnen nicht sehr gut. Daher müssen die meisten Knollen für den Winter ausgegraben werden und an wärmeren Orten überwintern. Sie können dann problemlos im Frühjahr wieder eingegraben werden und mit ihrer Blütenpracht erneut die Gartenfreunde verwöhnen. Ist der Winter in einigen Gegenden vergleichsweise mild, dann können Montbretie, Ranunkeln und Anemonen auch draußen bleiben.

Krokusse sind die einzigen winterharten Arten, denen auch raue klimatische Bedingungen keinen Schaden zufügen können. Zu den Knollengewächsen zählen darüber hinaus Knollenbegonien, Dahlien, Scharbockskraut, Canna, Freesien und Gladiolen. Viel bekannter sind dabei wohl die Kartoffeln und der Maniok, eine essbare Knolle, die vor allem in Südamerika sehr beliebt ist und in viele Gerichten Verwendung findet. Was den Deutschen die Kartoffel ist den Südamerikanern der Maniok, der ähnlich zubereitet wird und ebenfalls als Beilage dient, allerdings einen vollkommen anderen Geschmack hat. Alle Knollengewächse entwickeln sich aus Metamorphosen der Knollenwurzel oder Sprossachse bei Sprossknollen. Hier werden Reservestoffe gespeichert, um schwierige Lebensbedingungen, wie Kälte oder lange Phase von Trockenheit zu überstehen. Knollengewächse gehören nicht zu den A-typischen Zimmerpflanzen und finden sich vorrangig im Garten. Doch wer will, kann natürlich auch einzelne Knollen in Blumentöpfe pflanzen, hier erübrigt sich dann auch das Ausgraben für den Prozess der Überwinterrung, denn in den eigenen vier Wänden ist es gemeinhin niemals unter 0 Grad. Ein hübscher Blickfang für die Fensterbank ist damit allemal geschaffen und die Pflege ist denkbar einfach, zwischendurch gießen und sich an der Blüte erfreuen.