Mindestens einmal im Jahr sollte der Blumenfreund seinen Pflanzen ein neues Umfeld gönnen und sie umtopfen. Das hat gleich zwei Gründe. Zum einen sind die Nährstoffe in der Erde wahrscheinlich längst verbraucht und somit benötigt die empfindliche Pflanze dringend neue, um gesund wachsen zu können. Diese können zwar durch Düngemittel künstlich zugeführt werden, ersetzen aber längst nicht alle Stoffe, die sich in frischer Erde befinden. Darüber hinaus kann bei der Gelegenheit der Wuchsfortschritt begutachtet werden. Nur wenige Pflanzen bleiben gleichbleibend klein, die meisten wachsen und verändern ihre Form in der Breite und Höhe. Auch die Wurzeln wachsen unaufhörlich weiter, es wird also mit der Zeit eng im Topf. Um dieses Problem zu lösen und der Pflanze einen angemessenen Platz zur Verfügung zu stellen, nutzen viele passionierte Pflanzenhalter die Gunst der Stunde und setzen sie gleich in einen größeren Topf um. So bekommt sie direkt eine völlig andere Wirkung und erstrahlt in neuem Glanz. Wem das nicht zusagt, weil vielleicht der Platz auf der Fensterbank für einen großen Topf nicht ausreicht oder man keinen großen Topf zur Verfügung hat, der kann mit der Schere die Wurzeln stutzen. Diese Prozedur überstehen die Pflanzen in der Regel völlig unbeschadet, also keine Angst, auch vor radikalen Einsätzen. Wichtig zu beachten, die Pflanzen sollten zuerst mit etwa 2/3 Erde bedeckt werden, die dann fest angedrückt werden sollte, um ihr den nötigen Halt zu geben. Danach den Pflanztopf mit lockerer Erde auffüllen, aber nicht bis ganz zum Rand. Sonst schwappt beim Gießen oder Düngen unter Umständen alles darüber. Unbedingt darauf zu achten ist die Art des Topfes. Zuerst die Pflanze in einen Plastiktopf mit Löchern pflanzen und dann erst in einen Ziertopf stellen. Damit wird verhindert, dass die Blume nur jeweils soviel Flüssigkeit aufnimmt, wie ihr gut tut und die Erde nicht anfängt zu Schimmeln. Wer keine Plastiktöpfe nutzen möchte, kann wahlweise in die Keramiktöpfe auf den Boden einige Steine oder Scherben alter Keramiktöpfe legen, bevor er die Pflanze darüber setzt. Bei stacheligen Kakteen sollten entweder Handschuhe getragen werden, oder die Pflanze sollte vor dem Ausheben aus der alten Erde vorsichtig in eine Zeitung eingepackt werden. So werden Verletzungen auf der Haut durch die Stachel vermieden. Es gibt keinen vorgeschriebenen Zeitpunkt, in dem das Umtopfen stattfinden sollte, denn anders als bei draußen wachsenden Pflanzen sind Zimmerpflanzen nicht den Jahreszeitenwechseln ausgesetzt und haben das ganze Jahr hindurch ein gleichbleibendes Klima zur Verfügung. Einen Aufschluss, wann es Zeit für ein Umtopfen wird, gibt die Erde. Erscheint diese gräulich, klumpig und ausgedörrt, sollte ein Umtopfen stattfinden.